Lernen und die gesellschaftliche Reproduktion: Vier Thesen über die Wirksamkeit von Ideologie in der Schule

Michael Brandmayr

Abstract


Der Beitrag beschreibt einige zentrale Überlegungen, unter welchen Voraussetzungen schulische Praktiken als Ideologien beschrieben werden können und in welchem Maße die Schule an der ideologischen Reproduktion der Gesellschaft beteiligt ist. Der Beitrag entwirft vier Thesen über die Wirkungsweise von Ideologie in der Schule, die sich der Frage einer ökonomischen Funktionalisierung von Lernen, des Sozialen bzw. der Sozialität in Formen der Subjektivierung sowie der Dialektik des Prozesses der ideologischen Vermittlung widmen. Diese Thesen werden auf Basis einer diskursanalytischen Untersuchung eines schulpädagogischen Leitbildes von idealem Lernen im österreichischen Schulsystem (Brandmayr 2017) entwickelt, deren Ergebnisse nach einer Diskussion des Ideologiebegriffs dargestellt werden. Ideologie wird in diesem Beitrag als wesentlich durch Praktiken vermittelt begriffen, in der Schule besonders durch die Praktik des Lernens. Diese Praktiken strukturieren Wahrnehmungs- und Interpretationsweisen und leiten Subjektivierungsvorgänge an. Über die Analyse des Lernens kann also gefragt werden, wie die Schule zur Vermittlung von Ideologien und damit zur Reproduktion der Gesellschaft beiträgt.

Schlagworte


Diskurs um Schule; Lernen; Ideologie; Reproduktion; Subjektivierung

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol6.no3.p187-202

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