Die Ablehnung der Kernenergie in Österreich: Ein Anti-Atom-Konsens als Errungenschaft einer sozialen Bewegung?

Florian Bayer

Abstract


Der Beitrag stellt die Frage nach dem Verhältnis der Ablehnung der Kernenergie in Österreich und der österreichischen Anti-AKW-Bewegung. Die strikte Ablehnung von Nukleartechnologie wird meist als „charakteristisch für Österreich“ beschrieben, als „tief in der Bevölkerung verankert“ begriffen und mit Bezug auf die Geschichte der Kernenergie in Österreich, insbesondere dem Kampf um die Inbetriebnahme des AKW Zwentendorf, begründet. Nach einer neuerlichen Betrachtung der Geschichte der Anti-AKW-Bewegung und der Volksabstimmung über die Inbetriebnahme des AKW Zwentendorf werden diese dem weiteren Verlauf der Debatte um den Umgang mit der Kernenergie im österreichischen Nationalrat gegenübergestellt. Dabei wird deutlich gemacht, dass die Kernenergiekontroverse in Österreich keineswegs im November 1978, sondern erst in Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl endete. Durch die detaillierte Betrachtung der weiteren Diskussion um die Atomkraft wird sichtbar, dass die gegenwärtige Ablehnung dieser Technologie als Teil der nationalen Identität in erheblichem Ausmaß durch den Parteien- und Verbändestaat geprägt wurde und weniger durch die Anti-AKW- Bewegung oder die österreichische Bevölkerung.

Schlagworte


Atomenergie; Österreich; Zwentendorf; Anti-Atom-Konsens; nationale Identität

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol3.no2.p170-187

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