Mit linksautoritärem Kommunitarismus wieder zur Arbeiterpartei? Kontexte, Ideologeme und Fehlschlüsse eines aufkommenden rechtssozialdemokratischen Parteiprojekts am Beispiel der britischen Labour Party

Armin Puller

Abstract


In vielen sozialdemokratischen Parteien polarisieren sich gegenwärtig die politischen Strategien einer sozialliberalen Wertehaltung und eines linksautoritären Kommunitarismus. Der Beitrag widmet sich der zweiten Strategie am Beispiel der britischen Labour Party, wo diese eine eigenständige Strömung begründet, die zwischen 2010 und 2015 sowie seit dem Führungswechsel unter Keir Starmer einigen Einfluss gewinnen konnte. Sie basiert auf einer Zurückweisung von wirtschafts- sowie gesellschaftspolitischem Liberalismus und strebt die Orientierung auf Arbeiter:innenmilieus vermittels sozialkonservativer Positionen und insbesondere Migrationskritik an. Nach einer Darstellung der Kontexte dieser Strategie innerhalb der Labour Party zeichnet der zweite Teil den Diskurs des linksautoritären Kommunitarismus in seinen politischen Positionen wie ideologischen Bezugspunkten sowie seinen Bemühungen um ein neues Narrativ über die Geschichte der Sozialdemokratie nach. In einem dritten Teil werden analytische Fehlschlüsse und Fallstricke der Strategie aufgezeigt, die in eine retrotopisch konstruierte und sozialkonservativ bestimmte Gemeinwohlkonzeption münden, die für eine Allianz der Linken und eine Einheit der Arbeiter:innenklasse hinderliche Effekte erzeugt und sich an einer Kulturalisierung und Entpolitisierung sozialer Missstände beteiligt.

Schlagworte


Sozialdemokratie; Arbeiterpartei; Labour Party; linksautoritärer Kommunitarismus; Linksautoritarismus; Arbeiterklasse

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol11.no1.p18-36

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