Der Riot als Vorbote und Symptom einer Krise: Zu den Ausschreitungen während des G20-Gipfels 2018 in Hamburg

Sarah Uhlmann

Abstract


Während des G20-Gipfels in Hamburg kam es zu immensen Ausschreitungen, die zahlreiche Diskussionen in der Presse nach sich zogen. In diesen stand häufig die Straffälligkeit der RandaliererInnen im Vordergrund. Eine weitergehende politische oder wissenschaftliche Einordnung der Geschehnisse suchte man vergebens. Dieses Defizit ist auch dem Umstand geschuldet, dass die hiesige Soziale Bewegungs- und Protestforschung kaum Forschungsansätze zur Analyse von Ausschreitungen anbietet. Der vorliegende Artikel versteht Riots als ein gesellschaftliches Phänomen und bemüht sich daher um ein tiefergehendes Verständnis, indem sowohl ideelle und psychosoziale als auch sozialstrukturelle Ursachen beleuchtet werden. Die Ausschreitungen werden mithilfe von politökonomischen Arbeiten wie die von Joshua Clover als ein Krisenphänomen gedeutet, wobei sich die Eruption selbst nur aus einer relationalen Perspektive begreifen lässt. Das Ausmaß in Hamburg war nur möglich, weil die heterogenen Protestgruppierungen beim Anblick der geteilten Gegnerschaft zur Polizei eine Koalition bildeten, in der die üblichen Grenzen zwischen den unterschiedlichen politischen Spektren aber auch sozialen Schichten kurzzeitig aufgehoben wurden und so eine schwer kontrollierbare Protestmasse entstand.

Schlagworte


G20; Hamburg; Ausschreitungen; Protestbewegung; politische Ökonomie

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol7.no4.p202-220

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