Reibungsgewinne. Identitäten im Inner[Außer]Halb

Angelika Frühwirth, Ana Mijić

Abstract


Wer bleiben möchte, hat sich anzupassen; wer ansprechen möchte, hat spezifischen Idealen zu entsprechen; wer leben möchte, hat zu funktionieren. Ausgehend von diesen, in den Werken dreier Wiener Autorinnen mit „Jugoslawien“-Bezug identifizierten „Gesetzen“ einer erstarrten Wirklichkeit, widmet sich dieser Beitrag der Frage, wie Selbstbilder in verdinglichten Systemen entworfen werden und wie viel Platz dabei individuellen Freiheiten noch vorbehalten bleibt. Der literaturwissenschaftlichen Analyse dieser Werke wird die hermeneutische Interpretation von Gesprächen mit Menschen mit Migrationserfahrung dialogisch gegenüber gestellt. Dabei zeigen sich wesentliche Analogien zwischen dem Umgang der RomanprotagonistInnen mit einer erstarrten Wirklichkeit und den in den Interviews auftauchenden Strategien zum Entwurf von diasporischen Identitäten: Assimilation, Überkompensation, Erstarrung oder Resignation lassen sich sowohl aus den Romanen als auch aus den Interviews rekonstruieren. Hier und dort manifestieren sich aber auch widerständige Momente. Durch die gezielte Erzeugung von Reibung bemächtigen sich die im Inner[Außer]Halb Positionierten wieder der Kontrolle über ihre eigene Identität.

Schlagworte


Identität(en); Fremdheit/Entfremdung; Reibung/Konflikt

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol7.no2.p98-111

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