Über den Werkzeugkasten hinausgehen: Soziale Bewegungsforschung aus einem materialistisch dialektischen Blickwinkel

Anne Engelhardt, Madelaine Moore

Abstract


Es gibt viele Ansätze in der kritischen politischen Ökonomie, die versuchen die (Post-) Krisenphase zu erklären, indem sie auf Top-Down Analysen der kapitalistischen Hegemonie rekurrieren. Sie ignorieren dabei oft soziale Bewegungen, die durch diese Periode entstanden. Im Gegensatz dazu analysieren Studien der Sozialen Bewegungsforschung Proteste tendenziell ohne auf Theorien, die sich mit kritischer Ökonomie und Kapital beschäftigen, zurückzugreifen, wodurch sie den Staat, Machtbeziehungen und die Bedeutung sozialer Bewegungen für die aktuelle kapitalistische Konjunktur unzureichend darstellen. Um eine Analyse zu ermöglichen, die von beiden Traditionen profitiert, wollen wir Methoden, die von zentralen Autoren der Bewegungsforschung wie Charles Tilly, Doug McAdam und Sidney Tarrow angewandt werden, mithilfe einer non-dogmatischen dialektischen Herangehensweise in eine kritische soziale Theorie fokussierend auf Klassenkämpfe, einbetten. Dadurch werden kognitive, relationale und umweltbedingte Mechanismen als kognitive, organisierende, umweltbedingte und institutionelle Dynamiken reformuliert. Mit dieser Umformulierung kann eine Fokussierung auf Prozesse und Beziehungen, anstatt von Input und Output (Erfolge/Niederlagen) erfolgen.

Schlagworte


Dialektik; Methodologie; Soziale Bewegungen; Historischer Materialismus; Kritische Politische Ökonomie

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol6.no4.p271-289

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