Arbeitsmigration in Israel. Wie der Ethnonationalismus Repräsentationsstrukturen verhindert

Lidia Averbukh

Abstract


Das Vorgehen des Staates Israel in Bezug auf legale und illegale Arbeitsmigration zeichnet sich durch einen Mangel an Repräsentation und durch Nichteinmischung aus. Diese Einstellung entspringt dem grundsätzlich restriktiven Einwanderungsregime, das einer nennenswerten Ansammlung von nicht-jüdischen Bürgern im Staat vorbeugen möchte. Eine permanente Ansiedlung von Arbeitsmigranten und die Anerkennung ihres Mitbürgerstatus als Folge soll dabei vermieden werden. Gleichzeitig befindet sich der israelische Arbeitsmarkt seit der Liberalisierung der 90er Jahre in wachsender Abhängigkeit von Arbeitsmigration, was zu einer Diskrepanz zwischen den Interessen der ethnisch-nationalen Einwanderungspolitik und privaten ökonomischen Akteuren führt. Allerdings haben sich in letzter Zeit in der Rekrutierung von Arbeitskräften Dynamiken entwickelt, die die Arbeitsmigranten zunehmend zu einer Gesellschaftsgruppe innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Ethno-Nationalismus formen, so dass dieser anstatt mit dem migrantischen Arbeitsmarkt ideologisch zu konkurrieren, durch diesen selbst zusehends konsolidiert wird.

Schlagworte


Arbeitsmigration; Ethnischer Nationalismus; Repräsentation

Volltext:

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol5.no2.p88-96

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