Bäuerliche Selbstorganisation, bäuerliches Erfahrungswissen und bäuerlicher Widerstand in Belarus

Konrad Berghuber

Abstract


Ausgehend vom Commonsdiskurs und von anarchistischen Vorstellungen über bäuerliches Leben als Vorbild für eine solidarische Gesellschaft untersucht der vorliegende Artikel bäuerliche Selbstorganisation, bäuerliches Erfahrungswissen und bäuerliche Kämpfe gegen herrschende Schichten auf dem Gebiet von Belarus seit der Abschaffung der Leibeigenschaft 1861. Anhaltspunkte bäuerlicher Selbstorganisation stellen die Obschtschina sowie Kooperationen bei der Produktion und der Maschinennutzung während der sowjetischen „neuen Wirtschaftspolitik“ dar. Lokales Erfahrungswissen wird ebenso in der Obschtschina und in den privaten Nebenlandwirtschaften der Kolchosen- und Sowchosenarbeiter_innen verortet. Offenen Widerstand gegen die Herrschenden leisteten Bauern und Bäuerinnen aufgrund ihrer Situation bis in die 1930er Jahre. Er erreichte seine Höhepunkte während der Revolutionen 1905-07 und 1917, während der Kollektivierung der Landwirtschaft und während der Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre. Danach hatten die Widerstandshandlungen eine verdecktere Form. Diese Kämpfe von Bauern und Bäuerinnen um Land und Unabhängigkeit sind vergleichbar mit bäuerlichen Kämpfen in anderen Ländern.

Schlagworte


Bäuerliche Landwirtschaft; soziale Organisation; gegenseitige Hilfe; freiwillige Kooperation; Nebenlandwirtschaften

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol4.no2.p118-134

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