Wie sich die Bilder gleichen – und die Geister scheiden: Mainstream-Ergebnisse in einem keynesianischen (?) Lehrbuchmodell

Rainer Bartel

Abstract


Der ökonomische Mainstream (Orthodoxie) und seine Alternativen (Heterodoxie) werden hier grob in Neoklassik und Keynesianismus eingeteilt und kontrastiert. Ausgangspunkt ist die kognitive Dissonanz zwischen Mainstream-Theorie und Wirtschaftssystem-Realität. Es gibt aber auch breit verwendete Lehrbücher der Makroökonomik, die sich als fortschrittlich, weil keynesianisch fundiert, verstehen. Ich untersuche ein solches Modell: jenes von Blanchard et al. (2010), das ich das Blanchard-Modell nenne. Nach einer Charakterisierung und einem Vergleich des neoklassischen Arbeitsmarktmodells und seiner realwirtschaftlichen Implikationen mit dem Keynes’schen Modell des Gütermarktes und seinen Konsequenzen für den Arbeitsmarkt wird das Blanchard-Modell betrachtet und sein Fortschrittlichkeitsanspruch beurteilt. Es stellt sich heraus, dass das Blanchard-Modell dem neoklassischen Gleichgewichtsmodell sehr stark verhaftet ist und als kompatibel mit der Neoklassischen Synthese angesehen werden kann. Nach einem Fazit wird ein Ausblick auf mögliche Weiterent- wicklungen der Makroökonomik versucht.

Schlagworte


Mainstream; Keynesianismus; Neoklassische Synthese; Gleichgewichtskonzept; Perspektiven der Makroökonomik

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol3.no1.p27-47

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