Genderspezifische Wirkungen von abgaberechtlichen Begünstigungen innerhalb des österreichischen Sozialversicherungs- und Lohnsteuersystems

Christopher Berka, Philipp Piber

Abstract


Die Abmilderung der Einkommensunterschiede in den Primäreinkommen durch Steuer- und Abgabenpolitik sowie durch die Verteilung der Staatsausgaben stellt eine wichtige Aufgabe des Wohlfahrtsstaates dar. Neben der vertikalen Verteilung rückt zunehmend die Verteilung der Einkommen zwischen den Geschlechtern in den Mittelpunkt der Debatte. Bei der Betrachtung von geschlechtsspezifischen Aspekten der staatlichen Umverteilung müssen sowohl einnahmen- als auch ausgabenseitige Aspekte untersucht werden. Im Unterschied zu vielen anderen Studien steht in diesem Papier die staatliche Einnahmenseite im Mittelpunkt. Es werden einnahmeseitige Effekte von Begünstigungen im SV- und Lohnsteuersystem auf die Verteilung der Nettoeinkommen zwischen den Geschlechtern diskutiert. Insgesamt hebt die ungünstige Verteilungswirkung der Sechstelbegünstigung progressive Elemente wie Negativsteuer oder die stufenweise Reduzierung der Arbeitslosenversicherung bei niedrigen Einkommen auf, sodass die betrachteten Begünstigungen insgesamt eine regressive Wirkung entfalten. Es zeigt sich ferner, dass die begünstigte Besteuerung des 13. und 14. Gehalts im überwiegenden Maße Männern zugute kommt, während Frauen in erster Linie von der Negativsteuer sowie der Einschleifregelung der Arbeitslosenversicherung profitieren. Durch ein Anheben der Negativsteuer und die Einführung einer Deckelung bei der Sechstelbegünstigung im Rahmen einer aufkommensneutralen Abgabenreform könnte der regressive Effekt der Begünstigungen abgemildert sowie eine moderate Umverteilung von Männern zu Frauen im Vergleich zur Ausgangssituation erreicht werden.

Schlagworte


Mikrosimulationen; Einkommensverteilung; Steuer- und Abgabenpolitik; Gender Budgeting

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DOI: https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol2.no1.p21-32

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