„Wenn du zweimal so arbeitest, bist du weg“ – Prekarisierung migrantischer Arbeiter:innen im Onlineversandhandel durch fragmentierte Beschäftigung und digitale Kontrolle

Autor/innen

  • Lukas Stani Österreichischer Gewerkschaftsbund

DOI:

https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol14.no1.p75-95

Schlagwörter:

Arbeitssoziologie, Digitaler Taylorismus, Prekarisierung, Migrantische Arbeit, Fragmentierte Beschäftigung

Zusammenfassung

Der Artikel basiert auf ethnographischer Forschung und Interviews mit Arbeiter:innen in manuellen Jobs im Onlineversandhandel. Zunächst wird der Arbeitsprozess in einem Verteilzentrum beschrieben und die Managementpraktiken analysiert. Die Arbeit setzt sich aus einer Reihe von Kleinstaufgaben zusammen. Einige Arbeitende in der Paketlogistik üben einfach strukturierte Tätigkeiten bspw. am Fließband aus, während andere durch digitale Geräte angeleitet werden, wodurch die Arbeitsleistung überwacht wird. Diese Koexistenz diverser Anleitungssysteme differenziert die Ergebnisse bisheriger Forschung in diesem Bereich. Mit der aufgezeichneten Leistung drängt das Management insbesondere Arbeitende zu schnellerer Arbeit, indem Kündigungen angedroht bzw. die Übernahme in Festanstellung in Aussicht gestellt werden. Arbeitende in der Branche sind überwiegend migriert und von multipler Prekarität betroffen. Diese Prekarität wird, im Kontext fragmentierter Beschäftigung, instrumentalisiert, um Arbeiter:innen zu schnellerer Arbeit zu drängen. Die Ergebnisse zeigen, dass die prekären Arbeitsverhältnisse in der Branche die multiple Prekarität migrantischer Arbeiter:innen verstärken.

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Veröffentlicht

26.06.2026

Ausgabe

Rubrik

Artikel

Zitationsvorschlag

Stani, L. (2026). „Wenn du zweimal so arbeitest, bist du weg“ – Prekarisierung migrantischer Arbeiter:innen im Onlineversandhandel durch fragmentierte Beschäftigung und digitale Kontrolle. Momentum Quarterly, 14(1), 75-95. https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol14.no1.p75-95