Die Solidaritätsprämie als verpasste Chance? Gründe für und Maßnahmen gegen eine geringe Teilnahme an einer österreichischen Arbeitszeitverkürzungsmaßnahme

Autor/innen

  • Astrid Hohner Wirtschaftsuniversität Wien, Wien, Österreich
  • Raphael Kaufmann Wirtschaftsuniversität Wien, Wien, Österreich https://orcid.org/0009-0005-6926-7170
  • Sidonie Ulreich Wirtschaftsuniversität Wien, Wien, Österreich
  • Tabea Wich Wirtschaftsuniversität Wien, Wien, Österreich

DOI:

https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol10.no4.p188-207

Schlagwörter:

Arbeitszeitreduktion, aktive Arbeitsmarktpolitik, Arbeitgeber:innenbeteiligung, Solidaritätsprämie, Expert:inneninterviews

Zusammenfassung

In diesem Beitrag wird die österreichische Solidaritätsprämie untersucht, die Arbeitszeitverkürzung (AZV) mit aktiver Arbeitsmarktpolitik (AAMP) kombiniert. Trotz ihrer vielfältigen Vorteile sind die Teilnahmezahlen an der Solidaritätsprämie relativ gering. Wir analysieren Gründe für die mangelnde Teilnahme und skizzieren mögliche Reformvorschläge. Aufbauend auf einer umfassenden Literaturrecherche werden Hypothesen entwickelt und fünf Expert:inneninterviews geführt. Mithilfe der Framework-Analyse strukturieren wir die Daten und untersuchen die Hypothesen. Wir stellen fest, dass die Teilnahme an der Solidaritätsprämie durch vier Faktoren eingeschränkt wird: (i) das Fehlen direkter finanzieller Vorteile für die Arbeitgeber:innen, (ii) firmenspezifische Merkmale, (iii) die Vorbehalte der Arbeitnehmer:innen gegenüber AZV und (iv) mangelnde Information und Bewerbung. Wir schlagen daher folgende Maßnahmen vor: (i) finanzielle Anreize für Arbeitgeber:innen, (ii) Anpassungen der Teilnahmekriterien und (iii) Informations- und Werbekampagnen. Aufgrund des dualen Charakters der Solidaritätsprämie tragen unsere Ergebnisse zu einem besseren Verständnis der Umsetzung von AAMP und AZV bei.

Veröffentlicht

31.12.2021

Zitationsvorschlag

Hohner, A., Kaufmann, R., Ulreich, S., & Wich, T. (2021). Die Solidaritätsprämie als verpasste Chance? Gründe für und Maßnahmen gegen eine geringe Teilnahme an einer österreichischen Arbeitszeitverkürzungsmaßnahme. Momentum Quarterly, 10(4), 188-207. https://doi.org/10.15203/momentumquarterly.vol10.no4.p188-207